Psychoonkologie beschäftigt sich mit möglichen Bewältigungsstrategien in der Konfrontation mit einer Tumorerkrankung – schon zu Beginn der Erkrankung hat die seelische Betreuung eine große Bedeutung.

„Nichts ist nach einer Krebsdiagnose noch so, wie es vorher war“, diese Patientinnenäußerung beschreibt die Situation von Angst, Verzweiflung und auch Hoffnungslosigkeit nach der Sicherung eines bösartigen Befundes. Ab diesem Moment – und weiter im Verlauf der anstehenden Therapie, die auch Operation mit anschließender Chemo- oder Strahlentherapie bedeuten kann – setzen wir uns in psychotherapeutischen Gesprächen gemeinsam mit dieser existentiellen Bedrohung auseinander.

Ziel dieser Gespräche, die auf individuelle Belastungen, die eigene Lebensgeschichte und auch Vorerfahrungen mit Krebserkrankungen eingehen, ist das (Wieder-) Erkennen von persönlichen Kraftquellen. Oft wirkt allein schon das Aussprechen von als eigentlich unsäglich empfundenen Gedanken und Phantasien in Gegenwart der Therapeuten entlastend und angstmindernd. Der Blick auf die Zukunft und die Entwicklung einer neuen Lebensperspektive werden wieder möglich.

Die Erkrankung hat auch ihre Auswirkungen auf Familie und Beruf. Die Notwendigkeit psychotherapeutisch-psychoonkologischer Gespräche ergibt sich, wenn die individuelle Bewältigungskapazität der Patientinnen und Patienten den Belastungen nicht mehr gewachsen ist. Nach Schätzungen leiden zwischen 29% und 77% aller Krebspatientinnen und -Patienten unter einer behandlungsbedürftigen Reaktion auf die Erkrankung, dies sind vor allem Depressionen und Angstzustände sowie posttraumatische Belastungsstörungen.


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Dr. med. Christian Leuschner
Hamburg, im Februar 2011

 


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